Krampfadern, medizinisch als Varizen bezeichnet, sind ein sehr häufiges Krankheitsbild. Sie entstehen, wenn die Venenwände und -klappen schwach werden, wodurch das Blut nicht richtig zurück zum Herzen fließt, sondern sich in den Venen staut. Dies führt zu einer sichtbaren Erweiterung und Verformung der Venen. Neben Schmerzen oder Schwellungen können diese unbehandelt auch zum offenen Bein, dem „Ulcus cruris“ führen.
Üblicherweise werden Krampfadern mit sogenannten Stripping-Verfahren operativ entfernt oder über einen Katheter von innen mittels Hitze verschlossen. Bei beiden Methoden handelt es sich um Standardverfahren.
Am Landesklinikum Melk hat nun eine neue Methode zur Behandlung von Krampfadern Einzug in die medizinische Praxis gehalten. Bei der sogenannten „extraluminalen Valvuloplastie“ wird die kaputte Venenklappe über einen kleinen Leistenschnitt durch die Ummantelung mit einer Kunststoffmanschette repariert. Diese Manschette wirkt wie ein innerer Kompressionsstrumpf und sorgt so für eine natürliche Unterstützung der Venenklappen, wodurch der Blutfluss wieder normalisiert wird.
„Ich bin sehr dankbar, dass ich als erste Patientin von dieser neuen Methode profitieren durfte. Die Operation verlief problemlos und ich bin froh, dass mir diese schonende und zugleich effektive Behandlungsmethode im Klinikum Melk zur Verfügung stand“, betont die frisch operierte Patientin Nicole Hartig.
Durchgeführt wurde die Operation von Priv.-Doz. DDr. Dominic Mühlberger, der seit September als Oberarzt in der Abteilung für Chirurgie am LK Melk tätig ist und die Methode in den letzten Jahren an der Ruhr-Universität Bochum wissenschaftlich untersucht hat. Bisher bieten nur wenige Kliniken dieses Spezialverfahren an.
„Der Vorteil dieser Methode liegt im Erhalt der Stammvene“, so Mühlberger, denn diese Vene wird häufig als Bypassgefäß verwendet. „Allerdings eignen sich nur in etwa 10 -15% aller Krampfader-Patientinnen und -Patienten dafür“, ergänzt der 41-jährige Gefäßchirurg. Notwendig ist dafür immer eine genaue fachärztliche Untersuchung mithilfe eines Ultraschalls.
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V.l.n.r.: Frau Nicole Hartig, Priv.-Doz. DDr. Dominic Mühlberger
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